Erstaunlich

Metamorphose ‚Äď von der Raupe zum Schmetterling

09.09.2020, Julia Schmid

In der Schweiz gibt es etwa 250 Tagfalterarten und ungef√§hr 2500 Nachtfalterarten. Diese unterscheiden sich in Farbe, Form und Anspr√ľchen an ihren Lebensraum. Allen gemein sind die vier verschiedenen Lebensabschnitte, die diese Insektengruppe so besonders macht.
Das Ei

Schmetterlingseier sind √ľberraschend vielf√§ltig: Von oval, kugelig, halbkugelig, linsenf√∂rmig, zylindrisch bis schmal spindelf√∂rmig kommen viele Formen vor. Von Auge sind sie oft schwer zu entdecken, da sie nur 0,5 ‚Äď 2mm gross sind. Je nach Art legen die Schmetterlingsweibchen zwischen zwanzig und √ľber tausend Eier ab, meistens direkt auf eine geeignete Futterpflanze. Bei einigen Schmetterlingsarten wird das Gelege noch mit einer dichten Schicht wolliger Haare √ľbergezogen. Der Schmetterling stellt diese Wolle selber her und klebt sie mit einem Sekret auf die Eier. Das Eistadium dauert meistens ein bis zwei Wochen. Es kann auch mehrere Monate dauern, wenn das Ei √ľberwintert. H√§ufig sind die Raupen noch vor Winterbeginn fertig entwickelt. Sie schl√ľpfen jedoch meist erst im Fr√ľhjahr, wenn gen√ľgend Nahrung vorhanden ist.¬†

Schmetterlingseier sind √ľberaus vielgestaltig.¬†Illustration ¬© Fritz Wendler

 

Die Raupe

Im Raupenstadium bleiben die aus dem Ei geschl√ľpften Tierchen einige Tage bis mehrere Monate. In dieser Zeit kann ihr K√∂rpergewicht um das Zehntausendfache zunehmen! Damit die Raupen ungehindert wachsen k√∂nnen, h√§uten sie sich regelm√§ssig, je nach Art drei- bis achtmal. Erstaunlicherweise kann sich die Form und Farbe dabei komplett ver√§ndern. Viele Raupen haben bez√ľglich Futterpflanzen sehr spezifische Vorlieben. Die Raupe des Schwalbenschwanzes beispielsweise bevorzugt Doldenbl√ľtler wie die Wilde M√∂hre oder die Gartenm√∂hre. Einige ern√§hren sich sogar von nur einer Pflanzenart wie zum Beispiel die Raupen des Kleine Fuchses, die ausschliesslich die Bl√§tter von Brennnesseln fressen. Darum sind G√§rten mit einer Vielfalt an einheimischen Pflanzen so wertvoll.

Die Raupe des Schwalbenschwanzes ist dank ihrem einzigartigen Aussehen leicht zu bestimmen. © Claudia Kistler / stadtwildtiere.ch 

 

Die Puppe

Das anschliessende Puppenstadium dauert bei den meisten Arten etwa zwei Wochen. Eine Ausnahme bilden einige Arten der Nachtfalter, da kann eine vollst√§ndige Verwandlung sogar bis zu drei Jahre dauern. Die Kokons bestehen aus Spinnenseide, welche die Raupen mithilfe von sogenannten Spinnendr√ľsen selber herstellen. Es gibt zwei verschiedene Puppentypen bei den Tagfaltern. St√ľrzpuppen h√§ngen sich mit Hilfe von H√§kchen an ihrem Hinterende an einen Pflanzenstengel und baumeln frei nach unten. G√ľrtelpuppen binden sich zus√§tzlich zum H√§kchen am Hinterende mit einem g√ľrtelartigen Faden an einen Pflanzenst√§ngel.¬†

 
Der Kokon eines Tagpfauenauges. Diese Schmetterlingsart baut St√ľrzpuppen, welche nur oben mit einem Seidenstrang an einem Pflanzenstengel befestigt wird. ¬†¬© Claudia Kistler / stadtwildtiere.ch¬†
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Der Schmetterling

Im Flugstadium leben die meisten Schmetterlinge drei bis f√ľnf Wochen, die M√§nnchen meist k√ľrzer als die Weibchen. Schmetterlinge besitzen lange Saugr√ľssel, die sie ausrollen k√∂nnen, um Nektar von Bl√ľtenpflanzen aufzusaugen. Das Ziel der Schmetterlinge ist es, einen Partner f√ľr Fortpflanzung zu finden und Eier abzulegen. So schliesst sich der Kreislauf und es entsteht eine neue Generation Schmetterlinge.

 
Ein Schwalbenschwanz saugt den Nektar des Wiesensalbeis. © Elisabeth Michel / stadtwildtiere.ch 
 

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Quellen

Schmetterlinge - Tagfalter der Schweiz von Thomas B√ľhler-Cortesi
Die farbigen Naturf√ľhrer Schmetterlinge von Dr. Helgard Reichhof-Riehm

 
Weiterf√ľhrende Infos

Podcastfolge √ľber Schmetterlinge und Schmetterlingsforscher (leider nur auf Englisch verf√ľgbar)¬†

 

 

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