Das Projekt Wilde Nachbarn

„The battle for sustainable development will be won or lost in the urban environment“ („Der Wettlauf fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung wird im Siedlungsgebiet entschieden“). 
Klaus Toepfer, ehemaliger Direktor des UN Umweltprogrammes (UNEP) 2005.

Den Wilden Nachbarn auf der Spur

Viele unserer wilden Nachbarn leben versteckt, sind nachaktiv oder weichen uns Menschen aus. Das Projekt Wilde Nachbarn will diese heimlichen Siedlungsbewohner sichtbar und erlebbar machen. Dazu werden gemeinsam mit der Bevölkerung Beobachtungen von Wildtieren  gesammelt. Mit der Zeit ergeben diese Zufallsbeobachtungen in ihrer Summe ein gutes Bild von der Verbreitung und dem Vorkommen von Arten.

Die Ziele des Projekts Wilde Nachbarn
  • Nur was ich kenne, werde ich schĂŒtzen: Die Bevölkerung von Dörfern und Agglomerationen lernen die große Vielfalt an Wildtieren im Siedlungsraum kennen. Sie melden ihre Beobachtungen und erhalten vielfĂ€ltige Informationen zu den Tieren und Tipps, wie sie diese beobachten, fördern und schĂŒtzen können.

  • Schließen von WissenslĂŒcken: Mit Hilfe der Bevölkerung erfroschen wir Vorkommen und Verbreitung von Wildtieren im Siedlungsraum.

  • Grundlagen fĂŒr Schutz und Förderung: Aufgrund der gesammelten und analysierten Daten haben wir eine Grundlage, um die Wildtiere im Siedlungsraum gezielt zu fördern.

 

Hintergrund zum Projekt

 

Natur vor der HaustĂŒre
Die Mehrheit der europĂ€ischen Bevölkerung lebt in StĂ€dten, Agglomerationen und Dörfern. Damit erlebt ein großer Teil der Menschen Natur im Alltag in urbanen Gebieten. Die QualitĂ€t dieser Gebiete als Lebensraum fĂŒr Menschen, Tiere und Pflanzen sowie die Einstellung der Bevölkerung zur Natur haben deshalb eine entsprechend große Bedeutung.

 

Verdichtetes Bauen auf Kosten von Natur- und FreirÀumen?
Natur- und FreirĂ€ume spielen fĂŒr die LebensqualitĂ€t der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Mit zunehmender Verdichtung der Siedlungsgebiete geraten jedoch genau diese Gebiete und damit auch die LebensrĂ€ume der Wildtiere immer mehr in BedrĂ€ngnis.

 

Es gibt viel zu entdecken

Nach neusten Untersuchungen ist die Artenvielfalt in unseren Siedlungsgebieten erstaunlich hoch, vergleichbar mit der Vielfalt in einem durchschnittlichen Wald oder einem landwirtschaftlichen Gebiet. FĂŒr den, der sich die Zeit dafĂŒr nimmt, gibt es im eigenen Garten, auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule viel Spannendes und Faszinierendes zu entdecken.

 

Das Projekt „StadtWildTiere“ und die Entstehung der „Wilden Nachbarn“

Das Projekt StadtWildTiere wurde von der Arbeitsgemeinschaft SWILD - Stadtökologie, Wildtierforschung und Kommunikation entwickelt und am 2. Okt. 2013 dem neu gegrĂŒndeten Verein StadtNatur ĂŒbergeben. Als Schwesterprojekt der StadtWildTiere entwickelten wir das Projekt Wilde Nachbarn, das im Mai 2016 mit dem Naturnetz Pfannenstil auf der rechten ZĂŒrichseeseite gestartet wurde. Das Projekt Wilde Nachbarn beschĂ€ftigt sich mit Wildtieren und ihren LebensrĂ€umen im lĂ€ndlichen Siedlungsgebiet. Ein wichtiges Ziel des Projekts ist es, die Bevölkerung von Siedlungsgebieten fĂŒr die Natur vor ihrer HaustĂŒre zu sensibilisieren.

 

Das Projekt Wilde Nachbarn gibt es aktuell fĂŒr die Schweiz in der Region Pfannenstil und Solothurn, in Baden-WĂŒrrtemberg, sowie als Meldeplattform fĂŒr den neuen SĂ€ugetieratlas der Schweiz (auch in Französisch). Weitere Regionen sollen folgen.

 

Tierbeobachtungen gesucht!

 
Biberspuren. © E. Dietrich, stadtwildtiere.ch

Viele Wildtiere sind nachtaktiv und man bekommt sie nur selten zu Gesicht. In ihren Gebieten hinterlassen sie jedoch Spuren und verraten damit ihre Anwesenheit. Gemeldet werden können neben Tierbeobachtungen auch Spuren wie Fuchsbaue, ErdhĂŒgel von Schermaus oder Maulwurf oder Tierlosungen. Anhand der Eigenheiten der Spuren lĂ€sst sich oft die Tiergruppe oder sogar die Art bestimmen. Deshalb dazu immer auch ein, zwei Bilder hochladen.

Melden Sie uns Ihre Beobachtungen von Wildtieren und ihrer Spuren, indem Sie sie auf unserer Webplattform eintragen.

Oder besuchen Sie unsere Galerie und entdecken Sie, welche Bilder Beobachter/innen hochgeladen haben.

SĂ€ugetieratlas
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