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Gärtnern

Winterquartiere f√ľr Igel

23.11.2020, Beatrice Schranz

Igel geh√∂ren zu den Winterschl√§fern. F√ľr ihren Winterschlaf brauchen sie ein Nest, in dem sie ruhig und gesch√ľtzt schlafen k√∂nnen. Wir geben Tipps, wie wir √úberwinterungsquartiere f√ľr die stacheligen Gartenbewohner bauen k√∂nnen.
Kurz vor dem Winterschlaf

Igel machen von Mitte Oktober bis Anfang April einen Winterschlaf, weil sie im Winter nicht gen√ľgend Nahrung wie Insekten und Schnecken finden. (Mehr zum Winterschlaf im Blogbeitrag: Wie die Wildtiere durch den Winter kommen). K√∂nnen sie sich gen√ľgend Fettreserven anfressen und sind gute Winterschlafpl√§tze vorhanden, √ľberstehen sie den Winter unbeschadet. Orte zum √úberwintern suchen sie zum Beispiel in Hecken, im wuchernden Efeu, unter B√ľschen oder Asthaufen. Im Versteck bauen sie sich ein Nest, das sie mit Laub auspolstern.¬†

Mut zum unaufgeräumten Garten 

Wir k√∂nnen die Igel unterst√ľtzen, indem wir ihnen im Garten Unterschl√ľpfe und Winterquartiere bieten. Das Versteck sollte m√∂glichst wasser- und schneedicht sein. Dazu eignen sich geschnittene √Ąste, Asthaufen, Schnittgut, Holzstapel oder Hohlr√§ume unter Paletten. Wenn wir zudem das Laub der B√§ume und Str√§ucher liegenlassen, kann es der Igel als Nestmaterial nutzen und gleichzeitig k√∂nnen viele Insekten darunter √ľberwintern. Hier lohnt sich der Mut zum unaufger√§umten Garten! (sieh auch Blogbeitrag: G√§rten f√ľr unsere wilden Nachbarn)¬†

 

Eine Ecke im Garten mit einem Asthaufen aus Schnittgut bietet den Igeln ein gutes Versteck das ganze Jahr hindurch. © stadtwildtiere.ch 

Ein Ast-Laub-Haufen ist einfach zu bauen

Das Bauen eines Asthaufens ist eine Win-Win Situation. Wir m√ľssen weniger Gr√ľngut entsorgen und der Igel erh√§lt ein prima √úberwinterungsquartier. Am besten eignen sich windgesch√ľtzte und schattige Standorte f√ľr einen Ast-Laub-Haufen. Als erstes schichten wir dicke √Ąste so auf, dass ein Hohlraum entsteht. Darauf geben wir trockenes Laub oder Stroh, was das Winternest zus√§tzlich abdichtet. Als n√§chstes legt man d√ľnnere geschnittene √Ąste, Reisig oder Heckenschnittgut auf den Haufen. Zum Schluss decken wir den Haufen grossz√ľgig mit Laub ab und fertig ist der Ast-Laub-Haufen! Eine detaillierte Anleitung findet sich hier.¬†

 

Ein Asthaufen mit isolierendem Laub bietet dem Igel ein ideales Winterquartier. Auch andere Arten wie das Wiesel und viele Insekten profitieren vom Ast-Laub-Haufen. © stadtwildtiere.ch 

Holzstapel und Weinkiste

Wer keinen Platz f√ľr einen Ast-Laub-Haufen hat, kann andere Unterschl√ľpfe bauen. Als Winterquartier eignet sich auch eine gr√∂ssere Weinkiste, die man mit einem faust-grossen Loch versieht und unter einen Holzstapel schiebt. Auch Hohlr√§ume unter Paletten, Platten oder Brettern nimmt der Igel gerne an. Gut ist, wenn solche Verstecke √ľber mehrere Winter erhalten bleiben.
Viel Spass bei der Umsetzung! 

 


Ein Holzstapel mit Hohlr√§umen eignet sich gut als Winterquartier f√ľr den Igel. ¬© Matthias B√∂ckel, Pixabay

Igel nicht zu Hause √ľberwintern!

Manchmal unterbrechen Igel den Winterschlaf f√ľr einige Tage, unter anderem um Harn abzusetzen. Falls man einem Igel begegnet, beobachtet man ihn eine Weile. Rollt er sich zusammen, wenn man sich ihm n√§hert, dann l√§sst man ihn in Ruhe. Igel sollte man auf keinen Fall zum √úberwintern ins Haus oder in den Keller nehmen! Das ist nicht erlaubt, denn Igel geh√∂ren zu den gesch√ľtzten Tierarten.

Was tun, wenn ich einem Igel begegne?
  • Igel im Winter nicht ins Haus nehmen. Igel sind sich kalte Winter gewohnt und mit dem Winterschlaf bestens daran angepasst.

  • Treffe ich einen Igel an, schaue ich ob er sich einrollt. Wenn nicht, dann wende ich mich an die n√§chste Igel-Fachstelle oder an einen Tierarzt.

  • Verletze oder kranke Igel geh√∂ren in fachkundige H√§nde!¬†

 

Eine Beobachterin hat uns im letzten Winter ihre Begegnung mit einem Igel gemeldet. Der Igel schien gesund und unverletzt zu sein, also hat sie ihn richtigerweise in Ruhe gelassen.  © Sonja Portenier / wildenachbarn.ch 

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Verwendete Literatur

Ineichen, S.; Klausnitzer, B., Ruckstuhl, M. . (2012). Stadtfauna‚ÄĮ: 600 Tierarten unserer St√§dte (1. Aufl.; M. Ruckstuhl, ed.). Bern etc.: Haupt Verlag
www.igelzentrum.ch 

Weiterf√ľhrende Informationen

Einen Astlaubhaufen bauen
Igelfreundlicher Garten: Holzstapel, Hohlräume & Co
Igelzentrum: Igel im Winter begegnet?
Ist der Igel krank oder verletzt? 
Das Jahr des Igels
 

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