Küche

Löwenzahnhonig – ein herrlicher Frühlingsgenuss

23.05.2020, Julia Schmid

Löwenzahnhonig galt einst als Honig der kleinen Leute. Heutzutage gilt die süsse Köstlichkeit als edle Rarität, die sich wunderbar als Brotaufstrich eignet. Im Garten ist der Löwenzahn eher unbeliebt, weil er sich überall breit macht. Was mit seiner Robustheit und Fortpflanzungsstrategie zu tun hat.
 
Unterschätztes Unkraut

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) gehört zu der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und hat im deutschsprachigen Raum über 500 verschiedene Namen wie zum Beispiel Chrottepösche, Kuhblume, Söiblume, Sautätsche oder Pusteblume, um nur einige zu nennen. Er gilt meist als Unkraut und ist Gärtnern und Bauern lästig. Allerdings zu Unrecht – denn der Löwenzahn lässt sich kulinarisch sehr vielfältig geniessen, ist gesund und soll eine heilende Wirkung haben. Die jungen Blätter lassen sich beispielsweise herrlich als Salat oder Suppe zubereiten. Mehr dazu im Blogbeitrag Unkraut essen statt bekämpfen

 

 

Auf jedem Blütenkopf befinden sich hunderte von goldgelben Zungenblüten. © Hans Linde / Pixabay.com

 
Opportunist und Langstreckenzieher

Löwenzahn ist eine in ganz Eurasien verbreitete Blütenpflanze und sehr anpassungsfähig. Er kommt nicht nur auf Wiesen, Ruderalflächen oder an Wegrändern vor, sondern schafft es auch unter widrigsten Umständen zwischen Pflastersteinen zu wurzeln oder in hohen Gebirgslagen zu überleben. Seine Pfahlwurzeln sorgen für starken Halt im Boden. Die dreieckigen, gezähnten und gelappten Blätter sind leicht gefaltet und leiten den Regen direkt ins Innere der Blattrosette weiter zu den Wurzeln. So überlebt der Löwenzahn auch auf trockenen Standorten. 

Ein weiterer Grund für das weite Verbreitungsgebiet ist die ausgeklügelte Fortpflanzungsstrategie: Auf jedem Blütenkopf befinden sich ungefähr 100 bis 200 goldgelbe Zungenblüten. Nach dem Verblühen werden diese abgestossen und die Samen, mit haarigen Flugschirmen ausgestattet, verbreiten sich mit dem Wind bei idealen Verhältnissen über mehrere Kilometer. So schafft es der Löwenzahn, sich grossräumig zu verbreiten und sich vielerorts anzusiedeln. 

 

 

Die Samen des Löwenzahns können sich dank des Flugschirmes über weite Strecken verbreiten. © Wolkee / Pixabay.com

 
Rezept für den Löwenzahnhonig
 

Löwenzahnhonig eignet sich wunderbar als Brotaufstrich. © Dagny Walter / Pixabay.com

Zutaten 

300 g Löwenzahnblüten
1 Bio Zitrone (Schale und Saft)
1 l Wasser
ca. 700 g Zucker

 

Und so gehts: 
Den frisch geernteten Löwenzahn mit kaltem Wasser abspülen. Die gelben Löwenzahnblüten von den Blütenböden zupfen und eventuell grob hacken. Die Blüten anschliessend mit Zitronenschale und Wasser aufkochen und während 10 Minuten kochen lassen. Danach die Pfanne von der Herdplatte nehmen und Sud ungefähr drei Stunden oder für ein kräftigeres Aroma über Nacht ziehen lassen. 
Den Löwenzahnsud durch ein feinmaschiges Tuch oder Sieb absieben und die Flüssigkeit zurück in die Pfanne giessen. Zucker und Zitronensaft hinzugeben und unter Rühren ca. 30 Minuten leicht unter dem Siedepunkt köcheln. Honig heiss in saubere, vorgewärmte Gläser füllen und sofort verschliessen. 
Der Honig bleibt ungeöffnet während ungefähr 8 Monaten haltbar. 
 

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