Zwergfledermaus
Pipistrellus pipistrellus
© F. Matt, Koordinationsstelle Nordbayern

Lebensraum

Gebäude
Ruderalfläche, Verkehrswege, offene Flächen
Garten und Park
Wiese, Obstgärten, Felder

Häufigste Fledermausart, eine der kleinsten einheimischen Arten. Tagesschlafquartiere und Wochenstuben in von außen zugänglichen Spaltquartieren an Gebäuden, z.B. in Rollladenkästen, unter Holzverkleidungen von Fassaden oder Dachunterzügen. Auch an neuen, modernen Gebäuden. Bevorzugt enge Quartiere, sodass Rücken und Bauch Kontakt zur Unterlage haben. Jungenaufzucht (1–2 Junge pro Weibchen pro Jahr) im Mai und Juni in Wochenstubenkolonien von bis zu mehreren Dutzend Individuen. Im Juli sind die Jungtiere bereits ausgewachsen und selbstständig. Zwergfledermäuse wechseln oft das Quartier. Sie fressen kleine Insekten und jagen im schnellen Zick-Zack-Flug um Bäume, Straßenlampen oder nahe an Gebüschen. Winterschlaf; während der Sommermonate dämmerungs- und nachtaktiv.

Erkennungsmerkmale 
Kopf-Rumpf-Länge 3,6–5,1 cm, Fell braun, Unterseite gelbbraun bis graubraun.
Lebensraum 
Vorwiegend Hausfledermaus. In Spaltquartieren. Siedlungsraum, Dörfer, Städte, auch Zentren von Großstädten, in Parks, Alleen, Obstgärten, Hinterhöfe, jagt um Straßenlampen.
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
Ähnliche Arten
Zwillingsart Mückenfledermaus, die beiden Arten sehen sich so ähnlich aus, dass sie bis in die 1990er Jahre nicht als zwei verschiedene Arten erkannt wurden. Als sicheres und einfaches Bestimmungskriterium hat sich die Unterscheidung anhand der Rufe bewährt: Die Zwergfledermaus ruft bei ca. 45 kHz, die Mückenfledermaus bei ca. 55 kHz.
Maße 

Flügelspannweite 18–24 cm, Gewicht 4,5–7 g.

Aktivitätszeit 
Winterschlaf; während der Sommermonate dämmerungs- und nachtaktiv.
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch

Jagdreviere um Straßenlampen
Zwergfledermäuse jagen nachts im Zick-Zack-Flug um Straßenlampen. Das helle Licht der Straßenlampen zieht viele Insekten an. Die nächtlichen Jägerinnen sieht man am besten, wenn man den Arm ausstreckt und mit der Hand die blendende Lampe abdeckt. So kann man die beleuchteten Flattertiere gut bei ihrer Jagd beobachten. Ein hilfreiches Werkzeug ist dabei der Fledermaus-Detektor, den man auf eine Empfangsfrequenz von 45 kHz einstellt. Die Jagdrufe der Zwergfledermaus sind laut und stimmhaft.

Zwergfledermäuse im Tageschlafquartier
Der Winzling unter den Fledermäusen lebt vorwiegend im Siedlungsraum. Tagesschlafquartiere sind an von außen zugänglichen Spaltquartieren an Gebäuden zu finden, z.B. in Rollladenkästen. Zwergfledermäuse wechseln oft das Quartier. Mit etwas Glück lassen sie sich an einem trockenen, warmen Sommerabend beim Ausflug beobachten. 


Straßenlampe als Jagdgebiet
(© C. Blichfeldt, Wikipedia)

 

Gezieltes Fördern nicht nötig
Die Zwergfledermaus ist sehr häufig. Sie ist die einzige Fledermausart in der Schweiz, welche nicht gefährdet ist. Deshalb muss sie nicht gezielt gefördert werden. Da sie mehr als 2‘000 Kleininsekten pro Nacht verschlingt, möchte man diese unersättlichen Insektenvertilgerinnen nicht missen. Mit einheimischer Bepflanzung von Balkonen, Innenhöfen und Gärten schafft man die nötige Nahrungsgrundlage für Fledermäuse. Die nächtlichen Flattertiere können dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit beim Jagen im eigenen Garten oder Innenhof beobachtet werden.

Gefahren 
  • Fassadenbeleuchtung: Die nächtliche Beleuchtung der Öffnungen, durch die Fledermäuse jeweils ihr Quartier verlassen, sollte vermieden werden, weil die Nachtjäger dann später ausfliegen. Und als Folge davon bleibt ihnen weniger Zeit für die Nahrungssuche.
  • Netze: Fledermäuse können sich in Netzen, die über Obstbäumen oder Reben gespannt werden, verheddern. Diese werden so zu tödlichen Fallen. Deshalb sollten Netze nur wenn unbedingt nötig verwendet und nach Gebrauch wieder entfernt werden.
Mehr Informationen 

Richarz, Klaus: Fledermäuse - Beobachten, erkennen und schützen 2011, 128 S., Taschenbuch, Kosmos

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