Kleine Bartfledermaus
Myotis mystacinus
© fledermausschutz.ch

Lebensraum

Gebäude
Wiese, Obstgärten, Felder
Hecken und Waldränder
Gewässer

Typische Dorf- oder Siedlungsrand-Fledermaus. Bekannte Kolonien befinden sich an Gebäudefassaden, hinter Fensterläden oder in Fledermauskästen. Quartiere werden häufig gewechselt. Überwintert in Spalten und Höhlen. Schneller, wendiger Flug. Jagt entlang von Strukturen wie Waldrändern oder Hecken, aber auch in Obstgärten und über Gewässern. Das breite Nahrungsspektrum umfasst Mücken, Nachtfalter, Hautflügler und Netzflügler, aber auch schwärmende Insekten. Seltener werden auch flugunfähige Tiere wie Spinnen oder Raupen erbeutet, die von der Vegetation gepflückt werden.

Erkennungsmerkmale 
Sehr kleine und lebhafte Mausohr Fledermaus, spitzer Tragus, dunkelgefärbtes Gesicht, Fell eher einfarbig nussbraun bis graubraun.
Lebensraum 
Offene und halboffene, aber auch kleinräumig strukturierte Landschaften; im Norden häufig im Siedlungsgebiet anzutreffen; Sommerquartiere häufig an Gebäuden; Winterquartiere in Spalten und Höhlen.
Gefährdungsgrad
Schweiz: Nicht gefährdet
Ähnliche Arten
Die Kleine Bartfledermaus sieht der Nymphen- und Brandtfledermaus (auch Große Bartfledermaus genannt) sehr ähnlich. Die Nymphenfledermaus ist allerdings noch etwas kleiner als die Kleine Bartfledermaus. Die Brandtfledermaus ist eher grösser, lässt sich von der Kleinen Bartfledermaus aber nur anhand von Zahnmerkmalen sicher unterscheiden.
Maße 

Kopf-Rumpf-Länge ca. 4 cm, Flügelspannweite ca. 20 cm, Gewicht 4-7 g.

Aktivitätszeit 
Winterschlaf; im Sommer dämmerungs- und nachtaktiv.
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Die flinke Jägerin

Die Kleine Bartfledermaus fliegt ausgesprochen schnell und wendig. Im Flug entfernt sie sich häufig nicht allzu weit von Strukturen. Als Generalistin hat sie ein breites Nahrungsspektrum und kann an verschiedenen Orten, z.B. entlang Hecken in Obstgärten oder über Gewässer bei der Nahrungssuche beobachtet werden. 

© AlexisMartin / WikiCommons

 

Kleine Bartfledermaus, die in einer Felsspalte überwintert.

Nahrungsangebot fördern

Das Pflanzen von in der Nacht blühenden Pflanzen, einheimischen Sträuchern und Bäumen, sowie die Erhöhung des Tot- und Altholzbestandes im Wald fördert die Vielfalt und Anzahl der Insekten. Dies bietet nicht nur der Kleinen Bartfledermaus eine Nahrungsgrundlage, sondern hilft auch weiteren einheimischen Wildtieren.

Renovationen

Der Kleinen Bartfledermaus kann durch Anbringen einer Bretterverschalung an der Fassade oder mit Flachkästen ein Quartier angeboten werden, das gelegentlich gerne angenommen wird.

Bei Renovationen und Sanierungen von Gebäuden mit Fledermausverstecken nehmen Sie bitte Kontakt mit Fledermausschutzorganisationen in Ihrer Nähe auf. Die Maßnahmen, um ein Fledermausquartier zu erhalten oder Fördermaßnahmen für Fledermäuse umzusetzen, sind oft mit geringem Aufwand verbunden.

Gefahren 
  • Fassadenbeleuchtung: Die nächtliche Beleuchtung der Öffnungen, durch die Fledermäuse jeweils ihr Quartier verlassen, sollte vermieden werden, weil die Nachtjäger dann später ausfliegen. Als Folge davon bleibt ihnen weniger Zeit für die Nahrungssuche.
  • Lebensraumverlust: Durch Gebäudesanierungen an den Fassaden gehen der Kleinen Bartfledermaus wichtige Verstecke verloren. Durch das Anbringen von Fledermauskasten an unterschiedlichen Expositionen können Alternativen geschaffen werden. Oft braucht es jedoch viele Jahre, bis alternative Fledermausquartiere angenommen werden.
Mehr Informationen 

Richarz, Klaus: Fledermäuse - Beobachten, erkennen und schützen 2011, 128 S., Taschenbuch, Kosmos

 

Dietz, Christian und Kiefer, Andreas: Die Fledermäuse Europas, 394 S., Taschenbuch, Kosmos

  •